Boah! Neid

Sally hat ein neues Auto!
Jan war Erster im Wettlauf!
Mira ist echt die Hübscheste!
Lars hat die meiste Kohle in der Tasche…..ahhhhh!

Neid, das kleine Monster!

Neid macht seine Karriere ab dem Zeitpunkt, sobald der Betrachter auf der anderen Seite des Gartenzauns wunderschöne Begehrlichkeiten entdeckt, die er vermeintlich nicht hat….hach und da gibt es so schööööne Dinge auf dieser Erde.

Das bringt dann das Monster Neid zum Entschluss, dass es diese Begehrlichkeit auch erhalten sollte…wenn’s doch grad keine Umstände macht, vielleicht auch gleich sogar ein bisschen mehr. (Und noch heftiger…aber zum Glück nicht immer so: Denn wenn´s nicht anders geht, soll der Begünstigte lieber ALLES verlieren, damit sich der Neider wieder gut fühlt.) Oh ha.

Man unterscheidet da zwischen konstruktivem und destruktivem Neid – aber beide haben eins gemeinsam: sie werden von schlechten Gefühlen umkreist, wie Motten, die das Licht umkreisen. Kein Schrittchen in Richtung Glück und erzeugen eigentlich nur einen schlechten Beigeschmack.

Also was tun?

Meiner Meinung nach hat diese Emotion (genau wie die Angst) mit Unwissenheit über den auslösenden Grund zu tun.

Was genau wurde denn „BEKOMMEN“ und für welchen Einsatz????

Wenn also der Neid spontan und kopflos auslöst, ohne, dass ich genau weiß warum, dann ist es meines Erachtens eine blinde Emotion, die dumm herumfliegt, wie eine Flipperkugel im Kopf und überall aneckt und Piekser verteilt. Also lohnt sich ein genauerer Blick auf den Neid-Auslöser …und so wird vielleicht klar, dass ein hier geglaubtes PLUS an anderer Stelle ein MINUS erzeugt haben könnte.

Es wäre zum Beispiel möglich, dass

  • ein neuer Jaguar ggf. 12 Stunden Arbeit am Tag
  • 4 Reisen im Jahr ggf. ungewollte Kinderlosigkeit oder
  • die schönste Figur ggf. ein langweiliges Leben

bedeuten.🙂

Aber eigentlich ist es doch so:

Jeder Mensch…und ich meine JEDER Mensch…hat eine Grundausstattung an Fähigkeiten mit auf den Weg bekommen. Hurra! Das ist die gute Nachricht. Das kann man ruhig mal eben sacken lassen. Du bist hier auf der Erde ein Geschenk und Du kannst etwas!

Es ist aber ja leider nicht so, dass wir mit einer Visitenkarte in der Hand auf die Welt kommen. „Lara  ist kreativ und fotografiert gerne. Kann gut zuhören und kocht ganz passabel. Sie sollte das unbedingt fördern und wird bestimmt voll die coole Schnuppe.“
Damit müssen also zu unserem Talent noch ein paar weitere Dinge aktiviert werden. Da hätten wir zum einen die Fähigkeit, sich selber zu erkennen. Herauszufinden, was man eigentlich gut kann und noch viel wichtiger: wofür man brennt. Denn nun wirklich nicht alles, was man gut kann, macht ja auch glücklich. Das Ganze müsste jedoch dann mit einer Prise Mut gewürzt werden. Und dann wäre da noch die Motivation und das Durchhaltevermögen.

Und das kann sich wirklich lohnen.

Denn die erkannte Begabung…die bleibt Dir jetzt ein Leben lang. Begabungen verliert man nicht. Sollte es auch sein, dass eine Naturgewalt dir alle materiellen Dinge nehmen sollte – DAS, was Du Dir da erarbeitet hast – das hast Du als Geschenk für Dein ganzes Leben und kannst es, egal wo Du auf der Erde gerade bist, nutzen.
So, damit wäre also geklärt: Du hast Talente! Und ggf. kennst Du sie sogar schon.

Aber zurück zum Neid:

Es soll ja vorkommen, dass Menschen auf Besitztümer anderer neidisch sind. Vielleicht interessiert Dich da ja meine Philosophie: Stelle Dich einfach darauf ein, dass Dir in Deinem Leben all Dein Eigentum genommen werden könnte…egal aus welchem Grund. Binde Dich nicht an Sachen. Es sind nur Dinge! Wichtig sind Talente, Beziehungen, Momente, Zeit, Liebe, Gesundheit und noch so viel mehr – über die Reihenfolge kann man streiten.🙂 Es ist sicherlich schön, eine neue Sache in den Händen zu halten – auch für mich. Aber das ist einfach s.c.h.ö.n. – nicht wesentlich. Es ist auch nicht wesentlich, ob andere es haben oder eben halt auch nicht.

Was wollte ich noch dazu sagen?

Neid oder Vergleichen hat einfach keine positive Eigenschaft. Man sollte einfach nicht vergleichen und auch nicht nach Möglichkeiten suchen, wieder und wieder neue Vergleiche aufzustellen. Ne! Komm hör auf damit 💕 Wird man durch Zufall auf einen Vergleich gestupst: Ja dann betrachte den als Ansporn, das auch erreichen zu wollen und dann mit aufnehmen zu können ins Potpourri der eigenen Wunder. (Und Vergleiche meine ich jetzt wirklich betrachtet mit Fokus auf eine ganz bestimmte Sache. Jeder Mensch zieht am Tag bestimmt tausende Vergleiche. Die brauchen wir ja auch, damit wir uns unsere Muster zum Überleben stricken. Aber die meine ich nicht.)

Vergleichen mit anderen Personen?

Ach, das lass einfach am besten gleich 💕 Sich neidisch mit anderen Personen zu vergleichen, schafft man nämlich nicht vollständig….das wäre auch viel zu anstrengend. Es ist gar nicht möglich, bei seinem Gegenüber das große Ganze zu kennen. Es ist ein bisschen, als müsste ein Blinder einen Elefanten beschreiben, wobei er sich keinen Schritt vor- und zurückbewegen darf und damit unumgänglich nur einen Teil des Elefanten ertasten und somit beschreiben kann. So ist es auch mit dem Gegenüber. Oberflächlich wirkt es vielleicht, als wäre er ähnlich…aber kennt man ihn wirklich in- und auswendig? Und: ist es wirklich, wirklich präsent, welche Päckchen er im Leben zu tragen hat?
Und jetzt fegen wir mal eben alle Fakten über eine Person zusammen und es ist doch eigentlich immer so, dass andere Menschen andere Bedürfnisse, Probleme, Herausforderungen und Begehrlichkeiten haben. Es ist nicht komplett ersichtlich und somit nicht vergleichbar. DAS was Dich gerade beim Gegenüber gepiesakt haben könnte, ist vielleicht nur eine oberflächliche Illusion mit verbundenen Augen und muss schon garnicht das Glück der Erde bedeuten. Hast Du Dich schon mal ertappt, dass Du ganz leise neidisch auf eine Berühmtheit warst? Du, im Ernst: Nicht unwahrscheinlich, dass diese Berühmtheit ganz leise auf Dein normales Leben neidisch ist 🙂

Menschen, die etwas haben, was Du nicht hast, müssen nicht zwangsläufig glücklicher sein. Dennoch kann es Menschen geben, die viel glücklicher sind als Du, und GENAU DAS, WAS DU GERADE BEGEHRST, nie hatten oder jemals haben werden…na? Ist das nicht ein interessanter Gedanke?

Nicht vergleichen! Niiiicht vergleichen und in dieser spontanen Illusion erstarren und völlig überflüssige Gehirnpiekser Angriffsfläche bieten. Bitte! Gönn´ Dir lieber den Spaß und denke über anderes nach. Wie? Anderes? Na zum Beispiel: Wem habe ich schon laaaaange keine Freude mehr gemacht. DAS ist ein guter Gedanke und ein bisschen wie ein Peeling für die Seele.

Fazit:

Neid ist also ein kleines Monster mit großer Schnute, dass eigentlich die Augen verbunden hat.

So sieht es aus! Wenn es doch lieber den Mund verbunden hätte – wären alle glücklicher! Ist aber nicht so – also sei weise und erlaube dem dummen Gefühl keinen Raum und öffne Deine Vernunft. Ein Mensch hat da was, was Du gerne hättest? Ja dann erreiche es doch einfach 🙂

 

P.S.: Ich kenne keinen Neid. In unserer Familie und in meinem Freundeskreis gibt es das irgendwie nicht. Danke dafür. Danke an meine Eltern, die uns immer gelehrt haben, dass man alles erreichen kann, wenn es einem wichtig ist. 🙂 Danke, dass ihr mir Dankbarkeit gelehrt habt und eine meines Erachtens gesunde Erwartungshaltung. Übrigens: Alle auf dem Hof können besser reiten als ich, alle meine Freundinnen haben geradere Zähne als ich und einige unsere Freunde haben viel teurere Autos als wir. Und? Nix und! Wir haben halt andere Dinge, die toll sind…und aus die Maus.

P.P.S.: Ich so als Reiterin: Ich möchte auch nicht in einer Sache die Beste sein. Das ist wie bei den Pferden der Ranghöchste zu sein. Das ist nämlich auch ganz schön anstrengend, das zu verteidigen. Da ist nämlich die Mitte plötzlich auch ganz nett 🙂

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